Medienberichte

Farge bekommt neues Feuerwehrhaus

Zu klein, zu eng, völlig ungeeignet: Mehr als 40 Jahre musste sich die Feuerwehr in Farge behelfen. Ihr Gerätehaus hatte nicht mal getrennte Umkleiden. Hilfe kommt jetzt von der Politik.

Farge. Das Problem ist seit mehr als 40 Jahren bekannt. Über vier Jahrzehnte mussten die Feuerwehrleute in Farge mit einer Immobilie zurechtkommen, die viel zu klein und ungeeignet ist. Das Einparken der Fahrzeuge ist Zentimeterarbeit, sogar beim Einkauf neuer Wagen mussten die beengten Verhältnisse berücksichtigt werden. Duschen und getrennte Umkleiden gibt es ebenfalls nicht. Seit Dienstagnachmittag sind nun die Weichen gestellt: Die Freiwillige Feuerwehr Farge bekommt einen Neubau für zwei Millionen Euro.

Immer wieder haben die Mängel am Gerätehaus in Farge für Gesprächsstoff gesorgt. Zum Beispiel, weil die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr noch nicht einmal vollständig die Fahrzeugtüren öffnen können, wenn sie bei Alarm in voller Montur ins Löschgruppenfahrzeug steigen. Oder die Tatsache, dass die Einsatzkräfte ihre Kleidung nach einem Einsatz noch nicht einmal reinigen können.

Das alte Farger Gerätehaus stammt aus dem Jahr 1938. Angebaut wurde 1986. Und 2010 hat der Senat – quasi offiziell – festgestellt: „Das Gerätehaus ist sowohl im Bereich der Fahrzeughalle als auch im Sozialtrakt zu klein.“ Seitdem warten die Feuerwehrkameraden auf positive Botschaften. Als Anfang 2016 dann 100 000 Euro an Planungsmitteln in den Haushalt eingestellt wurden, herrschten in Farge und bei der örtlichen Politik weiterhin Skepsis vor: Angesichts der ewigen Geschichte um das Geräte­haus mochte noch niemand an eine tatsächliche Lösung glauben.

Derzeit tagen die Deputationen und stellen ihre Zahlenpakete für den Doppelhaushalt 2018/2019 zusammen. Am Dienstagnachmittag war die Deputation für Inneres an der Reihe. Björn Fecker, innenpolitischer Sprecher der Grünen, berichtete im Anschluss an die Sitzung: Nun stehe der Neubau des Gerätehauses kurz bevor. „Im Haushaltsentwurf sind Investitionen von 670 000 Euro im Jahr 2018 und 1,36 Millionen Euro in 2019 für den Neubau des Gerätehauses in Farge eingestellt.“

Fecker sei jüngst in Farge gewesen und habe sich von Wehrführer Holger Morisse durch das alte Gebäude führen lassen. Sein Urteil: „Der Neubau ist dringend notwendig. Die räumlichen Bedingungen, unter denen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Farge ihren Dienst verrichten, sind nicht mehr akzeptabel. Wer sich ehrenamtlich für unsere Gesellschaft engagiert, muss auch die notwendigen Rahmenbedingungen vorfinden. Auch für die Fahrzeuge ist die Halle mittlerweile deutlich zu klein geworden.“

Der Bürgerschaftsabgeordnete verweist darauf, dass das Parlament den Doppelhaushaushalt noch verabschieden muss. Nach dem Fahrplan der Regierungskoalition steht die endgültige Haushaltsaufstellung für Dezember an. Gleich nach dem Jahreswechsel, heißt es, könnte dann der Neubau ausgeschrieben werden.

Wehrführer Holger Morisse will am Freitag mit der frohen Mitteilung zum nächsten Treffen der aktiven Feuerwehrleute gehen. Inzwischen glaubt auch er offenbar an eine Lösung: „Wir warten die Haushaltsaufstellung ab, aber die Wahrscheinlichkeit ist jetzt schon sehr groß.“ Ihm liegen erste ­Entwürfe von Architekten für das künftige Feuerwehrhaus vor. Es muss seiner Aussage nach eine Reihe von zwingenden Kriterien erfüllen: genügend Platz für die Fahrzeuge an ersten Stelle. Die Wehr verfügt über zwei Löschgruppenfahrzeuge und einen Mannschaftstransporter, dazu kommen drei Anhänger – einer trägt ein Schlauchboot, bei einem ­weiteren handelt es sich um einen Schaum-Wasser-Werfer.

Dann müssen Morisses Aussage nach vernünftige Sozialräume geschaffen werden, die zum einen Geschlechtertrennung ermöglichen. Denn zur aktiven Wehr gehören drei Frauen, zur Jugendwehr drei Mädchen. Und zum anderen muss eine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung ermöglicht werden. Heißt: Verdreckte und im Zweifelsfall auch kontaminierte Einsatzkleidung darf nicht mit der Privatkleidung der Feuerwehrleute in Berührung kommen. Schulungsräume, Duschen – das alles soll mit dem Neubau erstmals entstehen. „Das wird sich dann ganz anders anfühlen“, sagt Morisse.

Probleme seit 40 Jahren

Die Freiwillige Feuerwehr in Farge rückt Jahr für Jahr zu mehr als 100 Einsätzen
aus. Auf der Homepage www.feuerwehr-farge.de wird eine umfangreiche Chronologie der Gerätehaus-Misere wiedergegeben. Dort heißt es auch in einem Fazit: „Zurückblickend auf die letzten 40 Jahre, in denen der Freiwilligen Feuerwehr Bremen-Farge immer wieder der Beginn von Neubauarbeiten zugesagt wurde, wird es nun Zeit, den Worten endlich Taten folgen zu lassen. ­Hierzu benötigen wir Unterstützung von ­allen Seiten. Immerhin handelt es sich hierbei nicht um Maßnahmen, die nur zur Befriedigung der Mitglieder der FF Bremen-Farge dienen, sondern um längst erforderliche Investitionen in den Brandschutz, damit die Einwohner in Farge und Rekum nicht schlechter versorgt sind als die der restlichen Stadtgemeinde.“

Autor: Michael Brandt

Der Link zum Medienbericht des Weser-Kuriers.

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